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Länderinfo Seychellen
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Geschichte
Anmerkungen
Geschichte 
7. - 10. Jh.         Vermutlich waren die Araber die ersten Entdecker der  Seychellen.
15. / 16. Jh.       Die Seychellen erscheinen auf den Landkarten der Portugiesen.
17. / 18. Jh.       Die Seychellen werden von Piraten als Schlupfwinkel und 
                            Versorgungsbasis genutzt.

1742              Der Franzose Lazare Picault landet im Auftrag des Gouverneurs der Ile
                     de France (Mauritius), Mahé de Labourdonnais, auf den Seychellen und 
                     
nennt bei der 2. Entdeckungsfahrt
1744              die größte Insel Mahé.
1756              Im Namen von König Ludwig dem XV. wird Besitz von den Inseln ergriffen
                     und  gibt Ihnen der Name Seychellen gegeben.
1770              Erste französische Siedler und afrikanische Sklaven landen auf der Insel.
1814              Die Seychellen werden von Frankreich an England abgetreten.
1835              Abschaffung der Sklaverei.
1903              Die Verwaltung durch Mauritius endet und die Seychellen erhalten Stat
einer 
                     Englischen Kolonie.
1970              Die Seychellen erlangen ihre Autonomie.
1976              Die Seychellen erlangen ihre Unabhängigkeit und stehen unter eigener 
                     Regierung. Staatspräsident wird James R. Mancham.
 

Die Seychellen waren arabischen Seefahrern vermutlich schon seit Jahrtausenden bekannt, bevor sie zu Beginn des 16. Jahrhunderts von den Portugiesen "entdeckt" wurden. Zunächst dienten sie allerdings in erster Linie den berüchtigten Piraten der Region als Unterschlupf. Die erste überlieferte Beschreibung der Seychellen durch einen Europäer stammt aus dem Jahr 1609. Sie wurde von einem Briten verfaßt, der an Bord eines (verirrten) Schiffes der East India Company dorthin gelangt war. Trotz der Begeisterung über den natürlichen Reichtum der Inseln, die aus seinem Bericht sprach ("an earthly paradise"), gerieten die Seychellen für über hundert Jahre wieder in Vergessenheit.

Erst im 18. Jahrhundert begann sich Frankreich für die Inseln zu interessieren und ließ sie 1742 durch einen Seefahrer namens Lazare Picault erkunden. Dieser verlieh der größten Insel später den Namen seines Auftraggebers, des französischen Gouverneurs von Mauritius Bertrand Francois Mahé de Labourdonnais. (De Séchelles war übrigens der Name eines französischen Finanzministers unter Ludwig XV.) Picault war von der überschäumenden Natur der Inseln derart begeistert, daß er Mahé zunächst "Insel des Überflusses" (Ile d'Abondance) getauft hatte. Die inneren Seychellen waren damals noch von einem Urwald aus gewaltigen Baumriesen bedeckt und von zahlreichen Riesenschildkröten besiedelt, die den Seefahrern später (leider) als lebender Proviant dienten.

Der Raubbau an den natürlichen Ressourcen führte bald nach der ersten Besiedelung der Inseln (1770) zur Ausrottung verschiedener Tropenhölzer sowie der heimischen Riesenschildkröten. (Heute auf den Seychellen lebende Exemplare stammen von Aldabra.) Über die Ausrottung der riesigen Krokodile, die ursprünglich in den Flüssen lebten, werden heutige Touristen allerdings geteilter Meinung sein. Jedenfalls war das Leben auf den Inseln zur damaligen Zeit hart, zumal der steinige und steile Untergrund keine nennenswerte Landwirtschaft außer der Produktion von Kokosnüssen und Gewürzen (vor allem Vanille) zuließ. Dies machte die Bevölkerung abhängig von den jeweiligen Exportmöglichkeiten.

Nach langen Streitigkeiten übernahm schließlich England zu Beginn des 19. Jahrhunderts die Herrschaft über die Seychellen. Daran sollte sich bis zur Unabhängigkeit 1976 nichts mehr ändern. 

Bevölkerung Die Bewohner der Seychellen muss man durch ihre fröhliche Art einfach gern haben, aber auch ein bisschen beneiden. Haben sie doch alles, was man sich erträumt; ein herrliches Klima und eine tropische Natur, die reichlich Kokosnüsse, Früchte, Fisch und Gemüse abwirft. Die Seychellois sind nicht gerade ein arbeit liebendes Völkchen; die täglichen Aufgaben werden zwar erfüllt, doch ohne jede Eile und Übertreibung. In ihrer freien Zeit dagegen leben sie auf und zeigen ihre Lebhaftigkeit und Spontaneität, sowie den gegebenen Sinn für Musik und Tanz. Trotz der modernen Einflüsse haben sich die Seychellois ihren traditionellen Lebensrhythmus nicht nehmen lassen. Das Aussehen der Seychellois weicht doch etwas von dem der anderen Insulaner (z. B. in der Karibik) ab. Die Hautfarbe ist etwas heller, was den europäischen Einschlag widerspiegelt, doch genauso findet man in der Liste der Vorfahren Asiaten, Inder und Afrikaner. Auffallend ist, dass es ein sehr hübsches Volk ist. Sie besitzen zum einen ein bisschen der französischen Figur und der britischen Manieren, jedoch aber auch einen Hauch der asiatischen Exotik und der afrikanischen Wildheit. Das sehr junge Volk mit großen Familien (auch viele unehelichen Kinder sind darunter - ca. 40 % -, die meist von den Großeltern versorgt werden) ist vor allem am Sonntag sehr hübsch gekleidet, dass es jeder Hochzeitsgesellschaft Konkurrenz machen könnte. Das ganze formt sich dann zu einem jungen, schön anzusehenden Bild, das einen großen Teil zum Charme der Seychellen beiträgt. Indische Zuwanderer hatten in erster Linie kulturellen Einfluss, denn sie vermischten sich kaum mit den übrigen Gruppen. Besonders der Einzelhandel wird heute zu einem großen Teil von Geschäftsleuten indischer Abstammung getragen. Insgesamt sind Kultur und Mentalität am deutlichsten von französischen und afrikanischen Einflüssen geprägt, während Bildungswesen und staatliche Organisation eher britischen Stil erkennen lassen. Die Seychellois sind ein freundliches, aber stolzes und manchmal etwas reserviertes Volk. Wer freundlich und respektvoll behandelt werden will, sollte sich (eigentlich eine Selbstverständlichkeit) ebenso verhalten. Touristen werden insgesamt gern gesehen, haben aber keine "Narrenfreiheit". Vor allem die älteren Seychellois, die ruhigere Zeiten erlebt haben und nicht genug Geld besitzen, um die durch den Tourismus verursachten Preissteigerungen auszugleichen, sind natürlich weniger begeistert. Junge Leute hingegen empfinden das althergebrachte Inselleben als trostlos und langweilig. Sie freuen sich über jede Abwechslung und den modernisierenden Einfluss der Besucher. (Der entsprechende Gruß ist übrigens eine Faust mit nach oben gestrecktem Daumen.) Touristen, die zumeist aus Frankreich, England oder Deutschland kommen, müssen ihre Erwartungen an jede Art beruflicher Motivation bei den Einheimischen deutlich korrigieren. Der Gedanke, irgendetwas müsse dringend oder gar sofort erledigt werden, ist einem Seychellois nämlich vollkommen fremd. Wenn man seine eigene Haltung entsprechend anpasst, kann diese Lebensweise sehr entspannend sein.

Sitten / Gebräuche: Die Seychellois lieben die Musik, den Rhythmus und den Tanz. Schon seit den Anfängen der Sklaverei war dies der Andruck von Lebensfreude aber auch die Sehnsucht nach dem Vergessen. Bei der Musik war schon immer der Einfluss der afrikanischen Mentalität dominierend, was in der Moutia und der Séga - den beherrschenden Musikformen - deutlich wird. Die Moutia gilt als die Wurzel der musikalischen Entwicklung. Ein Ritus und ein Gebet wird von den Sklaven in Gesang umgesetzt. Der Tanz, der am liebsten am Feuer und bei Vollmond im Wechselgesang von Frauen und Männern getanzt wird, ist Ausdruck von Leiden und Sorgen, aber auch Träumen und Hoffnungen. Die Séga ist der Moutia sehr ähnlich, weicht jedoch von der mauritianischen Form in der Benutzung der Schlaginstrumente ab. Als rhythmische Begleitung dient die Trommel, die aus dem ausgehöhlten Stamm einer Kokospalme geschnitzt wird. Im Alltagsleben der Seychellen hört man viele populäre Lieder, die auf die Rhythmen der traditionellen Musik aufgebaut sind. So sieht man junge und alte Seychellois, die gleichermaßen das Tanzbein schwingen. Neben der afrikanischen Musik hat sich auch noch mit dem Contredanse eine französische Tanztradition überliefert, deren Musik von einer Band mit Geige, Akkordeon, Banjo und Trommel gespielt wird. Der Contredanse gehört vor allem bei Familienfesten und Hochzeiten zum beliebten Repertoire




 
 
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